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		<title>Kooperation KMR/Oryx stainless steel</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 11:29:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>pn</dc:creator>
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<p lang="de-AT">Silbrig glänzen die Berge des Edelmetall in der Frühlingssonne. Auf 20.000qm mitten im Herzen des Ruhrgebiets liegt ein Rohstoff, der unser aller Leben angenehmer macht: Edelstahl, stainless steel. 1912 in Deutschland entwickelt trat der robuste Werkstoff seinen Siegeszug in allen Bereichen des Lebens an: von der Medizinischen Forschung über Geländerstangen bis hin zum täglichen Hausgebrauch, Edelstahl ist heute wichtiger denn je. Mit jährlichen Wachstumsraten von 6% steigt der Bedarf weltweit, weiß Roland Mauss, Vorstandsmitglied der <a href="http://www.oryxstainless.com/" target="_blank">KMR Oryx</a>. Er verantwortet die Finanzsparte des weltweit drittgrößtes Edelstahlhändlers und hat die Rohstoffmärkte klar im Blick. Unterstützt wird er dabei nun von Peter Posch. In einer europaweiten Ausschreibung hat sich das Angebot von Hr. Posch gegen namenhafte Forschungsinstitute durchgesetzt. Das Projekt beschäftigt sich vor allem mit dem Einfluß von Spekulationen auf Preise im Nickelmarkt, einem wichtigen Bestandteil des Edelstahls. Insbesondere in den letzten Jahren hat das Investoreninteresse an Rohstoffen zugenommen. Gleichzeitig sind die Preise zum Teil immens gestiegen, was Produzenten und Konsumenten gleichermaßen schmerzt. Die Bedeutung der Spekulanten an der Preisentwicklung ist jedoch bisher nicht quantifiziert worden: “Wir füllen mit der Untersuchung eine akademische Lücke. Die Frage der Spekulanten ist hierbei sowohl politisch brisant als auch für unser Lebensumfeld höchst interessant”.</p>
<p lang="de-AT"><a href="http://posch.org/wp-content/uploads/2011/03/klein_IMG_57061.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-67" title="klein_IMG_5706" src="http://posch.org/wp-content/uploads/2011/03/klein_IMG_57061-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p lang="de-AT">Die Zusammenarbeit mit einem direkten Marktteilnehmer bietet für Herrn Poschs Forschung wichtige Einblicke in die Funktionsweise der Märkte.  Oryx ist hierbei ein starker Partner, der sich als Rohstoffhändler mit umfassenden Markt- und Ökonomieverständnis positioniert hat. So gibt das Team um Herrn Mauss beispielsweise monatliche Markteinschätzungen heraus und steht in engem Kontakt mit einem großen Bankenkonsortium. Auch die Umweltaspekte stehen im Focus, so konnte in einer Kooperation mit dem Frauenhofer Institut gezeigt werden, daß  aufbereitete Rohstoffe dem Klima helfen: die Co2 Einsparung im Vergleich zu Primärrohstoffen ist immens.</p>
<p lang="de-AT">Neben dieser jüngsten Zusammenarbeit veranstaltet Peter Posch in Kooperation mit der <a href="http://www.tiberiusgroup.com" target="_blank">Tiberius Gruppe</a>, dem führenden institutionellen Fondsverwalter, und der Landesbank Baden-Württemberg LBBW, im August eine internationale <a href="http://www.centerofcommodities.com" target="_blank">Summerschool zu Fragen des Asset- und Risiko  Managements auf Rohstoffmärkten</a>. Und auch Vorlesungen sowie Seminare zu diesem Thema finden breites Interesse bei den Studenten. So war das diesjährige Masterseminar bereits am Tag der Anmeldung überbucht: “Leider konnten wir nicht alle Studenten zulassen, unsere Kapazität ist mit den nun knapp dreißig Teilnehmern schon angespannt”.</p>
<p lang="de-AT">Die Preisfindung auf Rohstoffmärkten beschäftigt auch <a href="http://www.uni-ulm.de/mawi/iof/" target="_blank">Samuel Pollege</a>, Mitarbeiter bei Herrn Posch. Im Rahmen seiner Promotion untersucht er vor allem  Agrarmärkte und die Auswirkung auf die Lebensumstände. Herr Pollege wird eng in das Projekt mit Oryx eingebunden sein.  “Es stellt sich die spannende Frage inwieweit es Spekulationsmuster bei verschiedenen Rohstoffen gibt und was dies für die Preise bedeutet”, so Peter Posch.</p>
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		<title>Betrachtungen zur Ethik und der Wirtschaft</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Dec 2010 09:44:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>pn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch/German]]></category>
		<category><![CDATA[Econ]]></category>
		<category><![CDATA[Philo]]></category>

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		<description><![CDATA[Text als PDF Nähert man sich dem Thema der Ethik in den Wirtschaftswissenschaften ist es angebracht sich mit beiden Themenkomplexen zuerst einzeln zu beschäftigen. Einerseits ist hier also die „Ethik“ Untersuchungsgegenstand und damit die Büchse der Pandora offen. Denn unter &#8230; <a class="more-link" href="http://posch.org/?p=44">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://posch.org/wp-content/uploads/2010/12/WEthik.pdf">Text als PDF</a></p>
<p>Nähert man sich dem Thema der Ethik in den Wirtschaftswissenschaften ist es angebracht sich mit beiden Themenkomplexen zuerst einzeln zu beschäftigen. Einerseits ist hier also die „Ethik“ Untersuchungsgegenstand und damit die Büchse der Pandora offen. Denn unter zweitausend Jahren Geistesgeschichte ist dieser Begriff kaum faßbar, hunderte Werke der Primärliteratur und abertausende Sekundäre warten in den Bibliotheken, die Klassiker empfehlen sich – selbstverständlich – im Original.</p>
<p>Doch wird hier das Interesse an der Ethik in dem Wirtschaftsleben nicht ertränkt, vielmehr der Hintergrund erleuchtet auf welchem sich jegliche spezifischere Überlegungen abzeichnen. Entleeren wir also die Büsche gänzlich und schöpfen Hoffnung aus drei Pfeilern im Meer des Abendlandes: Aristoteles, Kant und die „best practice“.<a href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a></p>
<p>Aristoteles nun stellt in seiner nikomachischen Ethik<a href="#sdfootnote2sym"><sup>2</sup></a> die Zielbestimmung an den Anfang: „ Jede [d.i. Alle] Kunst und jede Lehre, jede Handlung und jeder Entschluß, scheint ein Gut zu erstreben, weshalb man das Gute treffend als dasjenige bezeichnet hat, wonach alles strebt.“ (1094a). Und neben der Vielseitigkeit seiner folgenden Aussagen bleibt es doch die erste und vorrangige Frage: Was ist das Ziel all unseres Handelns?</p>
<p>Es geht Aristoteles hier also nicht um ein Wissen, eine erlernbare Kenntnis von Dingen, sondern die Frage nach dem Handeln, der <em>Praxis</em> guten Lebens: „Darum ist ein Jüngling kein geeigneter Hörer[…] Ihm fehlt die Erfahrung im praktischen Leben[…]“(1095a). Damit sind bereits in kürzester Zeit zwei entscheidende Charakteristika der Ethik umrissen: Es geht um das „doing“, die tägliche Handlung, die guten Sitten, eben die Moral im Sinne des Wortursprungs. Und die Gründe dieses Handelens sind in dem Ziel verortet welchem das gute Leben folgt. Da dieses Ziel somit Ursprung der vielen einzelnen Handlungen darstellt steht sofort die Frage im Raum was denn ein Lebensziel sein soll?</p>
<p>Ratgeber zu dem Thema türmen sich in den Eingängen jeder Buchhandlung, Anleitungen zum Glücklichsein, zur Vereinfachung des Alltags und zur Entschlackung der Komplexität gieren um die Käuferschaft. Glücklich kann sich hier schon fühlen, wer es heil wieder herausgeschafft hat. Was schlägt also Aristoteles vor? Was sollte seiner Meinung nach das höchste Gut sein, welches zu guten Handeln, zur Ethik Anlaß gibt? Die „Glückseligkeit“, so lautet die holprige Übersetzung für die griechische Eudamonia. Und hier erfüllt sich der Rat der Philosophen, Klassiker im Original zu genießen. Den mitnichten sollte man nun doch nach den Ratgebern greifen, denn die Eudamonia bezeichnet anderes als wir heute mit „Glück“ oder „Glückseligkeit“ assoziieren. Vielmehr bezeichnet Eudomonia eine Art Endzustand, ein Freisein von Zwecken, weiteren Zielen, ein Ziel-an-sich. Denn viele Handlungen werden nur willens weiterer Handlungen ausgeführt, die Eudamonia jedoch aufgrund ihrer selbst allein. Und hier wird ein weiteres deutlich: Glückseligkeit erreicht man bei Aristoteles nicht durch Meditation oder durch Wissen, weder durch Initiation noch durch Geburt, nein allein durch Handeln und genauer durch gutes, ethisches, Handeln. Damit nicht genug, denn dieses soll „ein volles Leben hindurch dauern; denn wie eine Schwalbe und ein Tag noch keinen Sommer macht, so macht auch ein Tag oder eine kurze Zeit noch niemanden glücklich und selig.“ (1097b)<a href="#sdfootnote3sym"><sup>3</sup></a></p>
<p>Hier wird also eine recht hohe Latte an ethisches Handeln gelegt und es schließt sich gleich die Frage an wie denn eine derartige Lebensweise aussehen könnte? Hier nun unterscheidet Aristoteles zwischen drei Lebensarten in aufsteigendem Gehalt an ethischer Fülle: die hedonistische, auf reinen Lusterwerb ausgelegt Lebensweise macht den Anfang. Diese kann kaum eine Ziel-an-sich darstellen. Ist doch die Lust kurz und lang ist das Leben.</p>
<p>Besser ist hier die zweite, die politische Lebensweise, in der man sein Handeln nach dem Wohle der Gemeinschaft, der Polis, ausrichtet. Hierbei überprüft man seine Handlungen nach der Wirkung auf die Umgebung. Man bezieht andere in sein Handlungskalkül mit ein und sind damit nahe Kants Imperativ: Handle stets so, daß Deine Handlung als Anleitung gelten kann. Man ist mit seiner in der Gemeinschaft eingebetteten Handlung stets auch Vorbild, stets auch prägend für seine Umwelt.</p>
<p>Allerdings klingt hier noch ein anderer Aspekt heraus, nämlich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Denn kaum sind Handlungen derart, daß sie für alle, für den Handelnden und seine Gemeinschaft, vorteilhaft sind. Diese „win-win“ Situationen finden sich nur in den Lehrbüchern der Ökonomie, im Leben leidet der ein oder andere Teil immer mehr oder minder. Die Frage der Abwägung scheint kaum a priori beantwortbar, weshalb mehrere „Optimalitätskriterien“ die Runde machen.</p>
<p>Das demokratische Prinzip schlägt vor die Bedürfnisse der Mehrheit in den Vordergrund zu stellen: „the need of the many outway the needs of the few „<a href="#sdfootnote4sym"><sup>4</sup></a>. Doch schon bei der Betrachtung  langfristiger Infrastrukturprojekte, beispielsweise und aus aktuellem Anlaß, mag man dieses Prinzip in Frage stellen. Es könnte ja durchaus Situationen geben bei denen anfangs Viele wenig Nutzen aus einer Maßnahme zögen und nur Wenige viel Nutzen. Wenn im Laufe der Zeit jedoch Viele daraus mehr Nutzen ziehen könnten, wäre die Maßnahme dann am Beginn abzulehnen?</p>
<p>Während moderne Effizienzkriterien selten die zeitliche Komponente einbeziehen, so weichen sie doch von der harten Demokratie ein wenig ab. In den Wirtschaftswissenschaften hat damit das Prinzip der „Pareto Effizienz“ den höchsten Bekanntheitsgrad erreicht. Hiernach ist eine Maßnahme begrüßenswert wenn mindestens eine Person durch die Maßnahme besser gestellt und niemand schlechter gestellt wird als ohne die Durchführung. Was hier Generationen von Studenten als Olymp der Effizienzkriterien präsentiert wird ist vieles, nur eines nicht: lebensnah. Denn selbst jemand der freiwillig und unentgeltlich sich der Gesellschaft zur Verfügung stellt handelt nicht streng pareto optimal, sofern externe Kosten, wie beispielsweise die zugenommene Luftverschmutzung durch Nutzung des Autos etc., hinzukommen. Auch wenn dies kleinlich klingen mag, lassen sich derartige Beispiele viele finden. Einen Ausweg hieraus sucht das „Kaldor-Hicks“ Kriterium. Die beiden Ökonomen Nicholas Kaldor und John Hicks schlagen vor, daß die Profiteure einer Maßnahme die Leidtragenden kompensieren können müßten. Sie brauchen es nicht zu tun, es geht nur darum, daß diejenigen, denen es besser, geht diejenigen, denen es schlechter geht, überwiegen.</p>
<p>Hierbei offenbaren sich wiederrum Probleme anderer Art. Wie mißt man „besser“ und „schlechter“ und wie faßt man dies dann zusammen? Wie wäre eine Situation zu beurteilen bei denen ein Bauunternehmer Milliarden verdient und Tausende wenige Euro verlieren? Hier kommt John Rawls ins Spiel. Ursprünglich zum Ausgleich sozialer und ökonomischer Ungleichheiten formuliert kann sein Prinzip aus der „Theory of Justice“ ebenso als Effizienzkriterium gelten. Maßnahmen müssen den größten Nutzen für die am meisten benachteiligten Mitglieder einer Gesellschaft bieten. Die Idee hierbei ist, daß wenn man auf die am wenigsten Begünstigtsten achtet, man gesellschaftlich den größten Nutzen für alle hieraus zieht. Jedoch braucht man dieses Kriterium nicht global zu lesen, sondern für die Abwägung einer konkreten Maßnahme und denen daran beteiligten Gewinnern und Verlierern.</p>
<p>Doch kommen wir zurück zu Aristoteles, es steht ja noch eine Lebensform aus, die dritte und höchste Form, nämlich die Kontemplation. Das rein auf die Wissensmehrung, das Verständnis der Welt gerichtete, Dasein stellt diese dritte Lebensform dar. Sie hat nur Zweck-in-sich, dient keinem anderen Sinn als dem Eigensinn.</p>
<p>Schlägt der antike Philosoph also vor uns eremitisch mit Mathematikbüchern in Zengärten zurückzuziehen? Anfangs schon, doch dann verlangt er die Rückkehr in die Lebenswelt: Nach der Kontemplation muß das Gemeinwohl kommen, man sollte also die Philosophen zwingen Politik zu machen, denn dem rein Politischen droht offenbar Machtlust, Intrigen und Übersichtsverlust.<a href="#sdfootnote5sym"><sup>5</sup></a></p>
<p>Was kann man also aus diesen Anfängen der Beschäftigung mit der Ethik entnehmen? Zum einen überrascht sicherlich die Aktualität, das Wiederfinden der eigenen Erfahrungswelt in der Beschreibung des antiken Philosophen. Insbesondere den Aspekt der Handlung sollte man bedenken. Ethik zeigt sich in der Handlung, nicht in der Theorie.</p>
<p>Und damit sind wir beim modernen Manager angelangt. Diesem obliegt die Richtungsvorgabe und die Handlung. Dieser entscheidet über die Nutzung von Ressourcen, über den Gang der Unternehmung. Und dieser hat die Möglichkeit entweder ethisch oder unethisch zu handeln. Doch legen wir diesem Handlungsbevollmächtigten nicht zuviel Gewicht auf seine Schultern? Sind Handelnde en gros eigentlich fähig zu ethischem Handeln? Denn wenngleich klarer sein mag was darunter zu verstehen sei, so sind die Voraussetzungen noch dunkel. Zum einen ist ja die Kenntnis der Folgen einer Handlung Voraussetzung für die Abwägung, egal nach welchem Effizienzkriterium diese erfolgt. In der modernen arbeitsteiligen Welt regiert jedoch der Spezialist, der sehr hoch ausgebildet für seinen Bereich, sein Detailwissen verantwortlich zeichnet. Können wir von diesem erwarten das große Ganze zu überblicken und seine Handlung mitsamt der Konsequenzen hierin einzuordnen?</p>
<p>Wollte man dies verlangen, so müßte man erwarten dürfen, daß die Person hierin eine Kompetenz haben kann. Es müßte Platz reserviert werden neben der Vermittlung von Fachwissen und Methoden für die Einübung der Ethik. Denn wir haben ja gesehen, daß richtiges Handeln und nicht Wissen um richtiges Handeln, die Ethik ausmacht. Doch Übung braucht Zeit und im Dickicht der Lehrpläne ist hierfür wenig vorhanden. Praktika müssen absolviert, Auslandssemester geplant und Klausuren geschrieben werden. Folglich spielt die Beschäftigung mit der Ethik in der überwiegenden Zahl der Vitae kaum eine Rolle. Man ist nun verleitet es dem Mangel an Zeit zuzuschreiben; doch wenn Zeit der knappe Faktor ist, dann sollte man seine Beschäftigungen nach der Wichtigkeit wählen.</p>
<p>Ist denn dem Eigner einer Unternehmung, den Aktionären, wichtig ob ihre Angestellten, ihre Manager ethisch handeln? Oder verliert sich dieser „soft factor“ in der Aggregation auf die erwartete Rendite ihrer Investition? Man mag dies glauben, sind doch gerade die Aktionäre handlungsfähig. Sie wählen aus welcher Unternehmung sie ihren Produktionsfaktor Kapital zur Verfügung stellen, sie bestimmen wer dem Aufsichtsrat angehört und damit wer von diesem berufen wird die Unternehmung zu leiten.</p>
<p>Eng mit der Frage nach dem ethischen Unternehmertum verknüpft ist das Stichwort der Nachhaltigkeit. Der Grundgedanke ist hierbei, daß ethische Handlungen sowohl ökonomisch, ökologisch als auch sozio-kulturell werterhaltend oder gar mehrend zugleich sind. Nachhaltige Investitionen erfreuen sich, nicht zuletzt seit der Finanzkrise 2007-09, zunehmender Beliebtheit. Das Thema ist in einer alternden Volkswirtschaft modern geworden und der Grundsatz der Ethik scheint an Gewicht zu gewinnen. Jedoch ist Vorsicht angemahnt, zu schnell ändert sich die Mode, und nachhaltige Verhaltensänderungen bedürfen einer geänderten inneren Einstellung.</p>
<p>So unterscheidet Kant in seiner Kritik der praktischen Vernunft nach legitimen und moralischem Handlungen. Hiernach ist eine legitime Handlung eine rechtlich zulässige und angebrachte Handlung. Moralisch wird sie jedoch erst durch die innere Einstellung zur Handlung. Spring man beispielsweise rettend einem Ertrinkenden in die Fluten zur Hilfe so ist zu unterscheiden <em>warum</em> man rettet. Rettet man beispielsweise eine junge Dame von anmutiger Schönheit weil man sich hiervon ihre Gunst erhofft, so ist dies legitim, nicht aber moralisch.</p>
<p>Abschließend zu diesem kleinen Umriß der Ethik in der Wirtschaft läßt sich festhalten, daß dieses Thema ebenso wichtig wie vielschichtig ist. Betrachtet man die Akteure der Wirtschaft aus verschiedenen Perspektiven, so stellt man fest, daß einerseits der Einübung ethischer Handlungsweisen wenig Raum zugemessen wird, andererseits die Formulierung gültiger und allgemeingültiger Handlungsmaxime schwierig und in Konkurrenz mit anderen, handfesten Interessen stehen. Es reicht also nicht die nikomachische Ethik zu lesen, es langt nicht aus in den Lehrplänen Raum der Moralphilosophie zu gewähren. Eine Änderung der inneren Einstellung ist von Nöten, sofern man ethisches Handeln etablieren und Nachhaltigkeit zu einem Allgemeingut erheben möchte. Der zu erwartende Profit ist nicht monetär, es ist sogar mit einem geldwerten Verlust zu rechnen. Der Gewinn jedoch liegt in der lebenswerten Gestaltung der <em>Um</em>welt und letztlich der Eudamonia als Ziel-an-sich, denn Der Ziellose erleidet sein Schicksal &#8211; der Zielbewusste gestaltet es.“, so Kant.</p>
<p><a href="#sdfootnote1anc">1</a> 	Der Autor ist sich bewusst, daß die Vorsokratiker und 	Sokrates/Platon unerwähnt zu lassen bei m kundigen Leser Unmut 	erregt, allerdings sei hier der Kürze des Textes der Vorrang vor 	der Genauigkeit geschuldet.</p>
<p><a href="#sdfootnote2anc">2</a> 	Zitiert im Folgenden nach der Übersetzung von E. Rolfes, 	herausgegeben von G. Bien bei Meiner, Hamburg.</p>
<p><a href="#sdfootnote3anc">3</a> 	Es sei an dieser Stelle nochmals angemahnt unser heutiges 	Verständnis von “glücklich” nicht mit der Übersetzung des 	aristotelischen Glücksbegriffs gleichzusetzen!</p>
<p><a href="#sdfootnote4anc">4</a> 	Während der Gedanke sowohl bei Aristoteles als auch später über 	den Hohepriester Caiaphas &#8211; durch Johannes 11:49-50 wiedergeben- 	auftritt und auch bei etlichen Urvölkern zu existieren scheint,  	stammt diese populäre Formulierung aus dem Kinofilm Star Trek und 	bietet ein anschauliches Beispiel für die Diffusion philosophischen 	Gedankengutes in die breite Gesellschaft.</p>
<p><a href="#sdfootnote5anc">5</a> 	Aristoteles erwähnt noch eine vierte Lebensweise, die des Kaufmanns 	und sagt darüber: „Das auf Gelderwerb gerichtete Leben hat etwas 	Unnatürliches und Gezwungenes an sich“ (1096a 7-10). Diesem 	Gewinnstreben ist sogar der Hedonismus vorzuziehen. Wenngleich diese 	Anmerkung nach Kommentierung schreit, so sei dem Leser angemerkt, 	daß dies kaum der Platz ist dies zu tun.</p>
<p>(Der Text erscheint in &#8220;Mensch und Markt &#8211; Beiträge zur Wirtschaftsethik&#8221;, Gabler Verlag, 2011)</p>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 15:02:12 +0000</pubDate>
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